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Wilhelm Schmid -
Philosoph der Lebenskunst
Einst hielt
es die Philosophie für ihre vornehmste Aufgabe, Menschen zu
einem bewussten Verhältnis zu sich und ihrem Leben anzuleiten
– um auch zu einem angemessenen Umgang mit anderen in der Lage
zu sein. Die moderne Philosophie hat darauf weitgehend
verzichtet, als verstünde sich der Umgang mit sich von selbst;
als könne nur der Umgang mit anderen ein seriöser Gegenstand der Ethik
sein. Schmid knüpft an die große Tradition der Philosophie wieder an:
„Mit sich selbst befreundet sein“, davon sprach schon Aristoteles.
„Lebenskunst im Umgang mit sich selbst“: Das ist die Tradition
Senecas, Montaignes und Nietzsches. Heute erscheint das Selbst als
wunder Punkt im Geflecht der Zeit, als größte Schwachstelle der
modernen Gesellschaft. Es hat sein Selbstverständnis verloren, das aus
vormoderner Tradition, Konvention, Religion stammte und noch weit in die
Moderne hineinragte. Schmids Buch handelt vom Umgang mit sich selbst und
wie er erlernt werden kann, ausgehend von der existenziellen Erfahrung
der Angst und der möglichen Antwort darauf. Kaum ein Aspekt wird dabei
außer Acht gelassen. Seit langem hat kein Philosoph mehr so gründlich
und umfassend, so systematisch wie poetisch über das Verhältnis des
Einzelnen zu sich selbst nachgedacht. Zugleich ist ein Buch über die
„Frage nach dem Sinn“ daraus geworden, von der moderne Menschen so
sehr umgetrieben werden. Ein Vademecum für das Leben in moderner Zeit,
um den Umgang mit sich selbst neu zu gestalten und zum Ausgangspunkt für
die Arbeit an einer andersmodernen Gesellschaft zu machen.
( copyright W.Schmid )

Wilhelm Schmid im Gespräch mit
Wilfried Hepperle am 17.9.2004
Lebenskunst?
Das Zeichen des modernen Lebens ist die
fehlende Lebenskunst, denn dazu hat es der Moderne zu sehr an Muße
gefehlt. Statt diesen Zustand tränenreich zu beweinen, geht es hier um
die Arbeit an einer neuen Lebenskunst – für die Kultur einer anderen
Moderne. Die Philosophie kann dazu einen Beitrag leisten, wenn sie ihren
traditionellen Bezug zur Kunst, das Leben zu meistern, wiederentdeckt.
Die Exkursion in die Philosophie erfolgt genau in dem Moment, in dem die
Existenz in Frage steht. Das Denken entfaltet sich angesichts des
Abgrunds an Verzweiflung, der sich auftut. Mögen die Gründe dafür
individuelle oder gesellschaftliche sein: Selbst in der besten aller
Welten, sollte es sie jemals geben, wird sich das Leben wohl nicht von
selbst verstehen. Das Leben leben zu können, bleibt immer den
Individuen selbst überlassen. Die Frage "Was soll ich tun?"
hat hier keinen moralischen, sondern einen existenziellen Sinn und zielt
auf eine Kunst der Existenz. Mit der Frage wird bereits der erste
Schritt zur Aneignung des Lebens gemacht, um aus dem abstrakt
erscheinenden Leben ein eigenes Leben werden zu lassen.
Das Buch bietet eine Exkursion in den Raum der Philosophie, in dem die
Frage nach dem Leben gestellt werden kann, um die Antwort zu suchen, die
das Lebenkönnen wieder ermöglicht. Dazu dient das Nachdenken über den
Umgang mit Gewohnheiten, Lüsten, Schmerzen, Zeit und Tod, über Künste
der Ironie, des "Negativdenkens", der Gelassenheit, über eine
ökologische Lebenskunst und eine "Lebenskunst im Cyberspace",
um auf die entscheidenden Herausforderungen der Zeit zu antworten.
Einige Auszüge aus der ausserordentlich erfolgreichen "Philosophie
der Lebenskunst" von Wilhelm Schmid werden um neuere Reflexionen
über Gesundheit, Heiterkeit und Glück ergänzt. Unter dem Aspekt einer
Ästhetik der Existenz erscheint die alte Formel "Sich ein schönes
Leben machen" wieder neu, wie dies Lebenskünstlern gerne
nachgesagt wird, hier aber eine etwas ungewöhnliche Bedeutung gewinnt.
Wilhelm
Schmids Homepage
Wilhelm Schmid,
geboren 1953 in Billenhausen/Bayerisch-Schwaben, lebt seit
1980 in Berlin. Studium von Philosophie und Geschichte in Berlin (FU),
Paris (Sorbonne) und Tübingen. In Tübingen 1991 Promotion mit der
Arbeit
"Auf der Suche nach einer neuen Lebenskunst". In Erfurt 1997
Habilitation
mit der Arbeit "Philosophie der Lebenskunst -Eine
Grundlegung". Stationen
der Lehrtätigkeit: Universität Leipzig (1990-1991), TU Berlin
(1991-1992),
Universität Riga (1992-2000), PH Erfurt (seit 1993), Universität Jena
(1999-2000). Ständiger freier Mitarbeiter von "Letra Internacional"
in
Madrid."Correspondant" des Collège International in Paris.
Seit 1998
jeweils im September philosophisches Praktikum im Spital Affoltern am
Albis
(bei Zürich).
Gegenwärtig tätig als freier Philosoph, sowie als Privatdozent für
Philosophie in Erfurt und als Gastdozent für Philosophie an der
Universität
Tiflis/Georgien (seit 1997).
Bücher von Wilhelm Schmid:
Schmid, Wilhelm
Philosophie der Lebenskunst.
SUHRKAMP VERLAG , DM 29.80
Euro 15,28
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Schmid, Wilhelm
Die Geburt der Philosophie im Garten
der Lüste.
SUHRKAMP VERLAG , DM 14.90
Euro 8,13
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Schmid, Wilhelm
Auf der Suche nach einer neuen
Lebenskunst.
SUHRKAMP VERLAG , DM 28.90
Euro 14,78
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Schmid, Wilhelm
Was geht uns Deutschland an?
SUHRKAMP VERLAG , DM 16.80
Euro 8,59
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Reinhold Messners Philosophie:
Sinn machen in einer Welt ohne Sinn
Herausgegeben von Volker Caysa und Wilhelm Schmid
Edition Suhrkamp, Dezember 2001
DM 19,90 / Euro 10,-
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