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neu Sagen
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Wie Berlin entstand
Albrecht
der Bär gründet Berlin
Albrecht der Bär, der Askanierfürst, führte Krieg
gegen die Slawen, um ihre Gebiete dem mittelalterlichen deutschen Staat
einzuverleiben. Eines Tages machte er Jagd auf Wasservögel in der
Gegend von Berlin, das es damals noch gar nicht gab. Er verirrte sich im
Sumpfwald, verlor sein Gefolge, und als es dunkel wurde, hatte er die
Orientierung noch immer nicht wiedergewonnen. Da schimmerte ein
Lichtschein durch die Bäume. Albrecht ritt darauf zu und kam an die
Burg eines Wendenfürsten. Dieser Fürst mit Namen Istralowe war nun
eigentlich sein Feind und hätte Albrecht entsprechend behandeln können.
Aber der Slawe hielt das Gastrecht heilig. Während des Mahls mussten
die Waffen schweigen, wollte man nicht den Zorn der Götter heraufbeschwören.
Er bot dem Erschöpften ein Nachtlager, Essen und Trinken an und setzte
sich sogar zu ihm an den Tisch. Die ganze Nacht diskutierten die beiden
über Gott und die Welt, Religion und Politik, und gegen Morgen hatte es
Albrecht
geschafft:
er hatte Istralowe überredet, seinem Gott Triglaw, dem Dreiköpfigen,
abzuschwören und ein Christ und Gefolgsmann Albrechts zu werden. Bisher
hatte der Askanier nur wenig slawisches Gebiet erobern können. Nun war
ihm ein Fürstentum allein durch Reden zugefallen. Albrecht beschloss, in der Gegend, in der ihm
dieser Erfolg beschieden war, eine Stadt zu gründen. Das tat er dann
auf der größeren der beiden Spreeinseln, die aus dem Sumpfgelände
ragten. Und da er den Beinamen ‚Der Bär' führte, nannte er die Neugründung
Bärlin.
Eine
andere Quelle erzählt die Gründung Berlins durch Alfred des
Bären so:
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Man
sagt, dass Albrecht der Bär, der erste Markgraf, einst im
Sumpfland der Spree von seinen Jagdgenossen abkam und sich
verirrte. Er dachte schon, er müsse die Nacht im Wald
verbringen, als er ein Licht an der Spree flackern sah. Als er
ihm folgte, kam er an einen im Spreewasser errichteten Pfahlbau,
den man nur über einen schmalen Steg erreichen konnte. Albrecht
pochte ans Hürdentor und wurde von einem Knecht eingelassen.
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Der
Knecht führte ihn in einen Raum, der von Kienspänen erhellt
wurde. Der Besitzer dieser Siedlung saß dort auf einem Bärenfell
und begrüßte Albrecht nach wendischer Sitte. Er fragte, was sein
Begehr sei, und Albrecht antwortete, er sei von seinen Gefährten
getrennt worden und bitte um ein Nachtlager; er sagte aber nicht,
dass er Fürst dieses Landes sei. Der Wende erwiderte: "Du
bist zwar ein Christ, doch weiß Rudolf von Stralow, auch diesem
gegenüber Gastfreundschaft zu üben. Hier hast du einige Fische;
dort auf dem Fell findest du einen Platz zur Ruhe." Aber
Albrecht, der die Bräuche der Wenden kannte, forderte Salz und
Brot, damit er es mit den Wenden teile, denn nur so sicherte er
sein Leben. Rudolf von Stralow gab es ungern, aber er gab es doch
und Albrecht konnte sich beruhigt niederlegen.
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Doch
Albrecht fand keine Ruhe, denn es war viel Bewegung an diesem
Abend; Knechte kamen und gingen und schließlich meldete einer
Rudolf von Stralow: "Es ist alles bereit!" Dieser stand
daraufhin auf und rüstete sich bereits zum Ausgang, als Albrecht
der Bär aufsprang und fragte, wohin er wolle. Der Wende wollte es
ihm nicht sagen, bis der Markgraf ihn erinnerte: "Ich bin
dein Gastfreund." Da besann sich Rudolf und sagte ihm, dass
er zum Triglavfest wolle. Albrecht forderte, dass er ihn mitnähme
und Rudolf durfte es ihm als Gastfreund nicht verwehren, doch hüllte
er ihn zuvor in einen Wendenpelz.
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Sie
bestiegen den Kahn, der am Wasserausgang auf sie wartete. Rasch
ging die Fahrt spreeabwärts, und unterwegs schlossen sich immer
mehr Kähne hinzu. Dort, wo die Spree sich teilte, gingen sie an
Land, um zum Triglavtempel auf der sandigen Höhe emporzusteigen.
Dumpfes Gemurmel empfing sie am Eingang, der Tempel war voller
Wenden.
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Im
hinteren Teil des Tempels sah Albrecht einen großen Vorhang,
hinter dem ein seltsames Gestöhn hervortönte. Da schritt die weiße
Priesterschar herein und begann die Anrufung ihres dreiköpfigen
Gottes Triglav. Immer lauter und wilder wurde ihr Geschrei und als
sie auf ihrem Höhepunkt war, wurde der Vorhang aufgerissen.
Albrecht sah, dass sie ein abscheuliches Abbild ihres dreiköpfigen
Gottes aus Weidengeflecht errichtet hatten, in dessen Innerem
gefangene Christen eingesperrt waren, die als Opfer dargebracht
werden sollten. Der Oberpriester schritt auf den darunter
errichteten Holzstoß zu und entzündete ihn. Schon wollte
Albrecht sein Schwert ziehen, um seine Glaubensgenossen zu
befreien, doch zog Rudolf seinen Gastfreund schnell in die
finstere Nacht hinaus, um ihn vor der übereilten Tat und seinem
sicheren Tode zu schützen.
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Schweigsam
war die Fahrt zurück zum Pfahlbau, aber als sie dort angelangt
waren, sprach Albrecht harte Worte: "Ein Bärlyn (Bärlein)
will ich in den Sumpf da setzen; das soll die Wenden
zusammentatzen, dass kein Christ mehr zu brennen braucht!"
Erstaunt sah der Wende ihn an: "Du sprichst stolze Worte voll
Herrengeist! Wer bist du?" "Kennst du mich nicht? Ich
bin Albrecht, den sie den Bären nennen - mein Bärlyn soll im
Wendenlande herrschen und seine Tatzen weit auf Sumpf und Sand
pranken! Doch Stralow soll besonderen Schutz genießen, weil es
mich beherbergt hat - nur der erste Fischzug gehöre dem Fürsten!"
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So,
erzählt die Sage, entstand neben dem wendischen Kölln das
deutsche Bärlyn (Berlin), und dort wo der Tempel des dreiköpfigen
Triglav auf einem Sandhügel aufragte, nur umgeben von einigen
Fischerhütten, wurde die Petrikirche erbaut.
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