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Pressestimmen
Berliner Morgenpost
19. Juli 2000
Rund um den Viktoria-Luise-Platz
in Schöneberg
Er hat eine U-Bahnstation, und auf seiner Grünanlage inklusive
Kolonnade
pulsiert das Kiezleben mit munteren Kindern und bedächtigen
Rentnern.
Teilweise sogar «verkehrsberuhigt» ist das Areal - dank sehenswerten
Bestandes an ehrwürdigen bis pittoresk herausgeputzten Bürgerhäusern
eigentlich eine touristische Attraktion. Wohin aber drängt es
Reisende meist?
Zum Pariser Platz oder zum Gendarmenmarkt. Was sich ändern könnte,
wenigstens ein bisschen, seit es das anregende, gut bebilderte Buch
'100 Jahre Viktoria-Luise-Platz in Berlin-Schöneberg' (47 Seiten,
32 DM; Verlag Schelzky & Jeep) gibt.
Ein sympathisches Stück Heimatliteratur! Autorin Susanne Twardawa
machte
sich beim Schreiben Gedanken über die diffizile Frage: Wie genau
will's der
Leser denn wissen? Und statt ihm - was manchmal geschieht - noch
entlegenste
Fakten aufzudrängen, erzählt sie straff eine Geschichte: die
erstaunliche Geschichte
einer generalstabsmäßigen Gründung vor 100 Jahren, als der
Platz mit dem Namen
einer Kaisertochter nach einheitlichem Plan entstand, besiedelt wurde,
ins Stadtleben
einging.
Gleich die bildhafte Beschreibung des U-Bahnhofs am Buchanfang lehrt
Details zu
sehen. Geradezu spannend wird die Sache, wenn die Rede kommt auf
einstige
Platz-Prominenz wie den später weltberühmten Filmregisseur Billy
Wilder, den
Komponisten Ferruccio Busoni oder Tischtennisspieler der ersten
Generation des
ehemaligen Modesports. Übrigens konnte sich Wilder 1927/28 in der schon
immer
nicht ganz billigen Gegend keine eigene Wohnung leisten; er war
Untermieter.
Beiläufig liefert Ko-Autorin Monika Thamm Wissenswertes über den
Lette-Verein,
ebenfalls ansässig am Ort und seit 1866 tätig für die «Förderung
der Erwerbstätigkeit
des weiblichen Geschlechts», also die lange vernachlässigte
Berufsausbildung von
Frauen und Mädchen. Sie erstreckt sich heute auf zwölf Berufe.
Platzgeschichte
auch dies. ben
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