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Pressestimmen
Berliner Kurier
8. Juni 2000
"Viki" - der schönste Platz
Berlins - wird 100
von Claudia Wittke-Gaida
SCHÖNEBERG - Noch zupfen Gärtner letzte
Unkraut-Ranken und feilen an seinen sechs Ecken - und das alles für
eine runde Sache: Der Viktoria-Luise-Platz soll strahlen wie noch nie,
feiert morgen 100. Geburtstag.
Eigentlich sollte der "Viki",
wie ihn die Schöneberger liebevoll nennen, eine Kreuzung eher an der
Motz-/Ecke Martin-Luther-Straße gebaut werden - doch schlaue Bauern,
die gleichzeitig in der Gemeinde saßen, wollten ihre eigenen Grundstücke
"retten", verdonnerten Bauern-Tölpel Engler zum Verkauf - der
wurde Millionär und der Platz 100 Jahre später "der schönste
unter den 1000 Berliner Stadtplatz-Denkmalen", schwärmt
Baustadtrat Gerhard Lawrentz.
Rings um den "Viki" haben sich
Architekten aus 100 Jahren verewigt - vom Jugendstil und neugotisch
verspielten Bauten über Fachwerkhaus-Imitationen bis zu postmodernen
Varianten. Die Schüler vom Lette-Verein können sich daran nie satt
sehen, nutzen den "Viki" als Vorgarten. Trotz viersprachiger
Verbotsschilder belagern sie mit Vorliebe die idyllischen Rasenflächen.
"Nicht nur Walter Momper kommt zu
uns, auch Billy Wilder schaute 1998 bei uns rein", erzählt Viviane
Meier (53) vom Fotoladen an der Ecke Welserstraße. Der Filmemacher
wohnte 1927 vis-à-vis zur Untermiete.
Susanne Twardawa (48) aus der Motzstraße
kommt täglich, schlürft im "Eisenstein" oder
"Montevideo" einen Kaffee: "Das ist immer wie eine Stunde
Urlaub machen." Die Buchhändlerin hat zu jedem Haus am Platze 'ne
Geschichte parat: So gab Prinzessin Viktoria-Luise (Tochter Kaiser
Wilhelms II.) nicht nur ihren Namen - sie logierte sogar in Haus Nr. 9.
In ihrem ehemaligen Ballsaal wohnt seit 50 Jahren Musik-Professorin Ilse
Middendorf (90) unter original restaurierten Deckengemälden:
"Einer meiner Schüler war der Sohn von Luises Hofdame."
Morgen wird der 100-jährige "Viki"
gefeiert: Ab 11 Uhr gibt's alle zwei Stunden Platz-Führungen, ab 18 Uhr
Livemusik am Brunnen.
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